Chronik

Musik ist das Türchen zur Seele
Musik ist Freude ist Glück
Musik schlägt Brücken über Wege und Zeiten
- mit Stolz blicken wir hundert Jahre zurück.

Josefa Heinzelmann

GEBURTSSTUNDE des heutigen „Musikverein LYRA Eppishausen e.V.“

 

1.Nov. 1913

„Blechmusikgesellschaft Eppishausen“ – so schtaut in dr Chronik
zehn junga – begeischterta Männer wend macha Musik.
Eisra Väter – Großväter – Urgroßväter die Gründungsmitglieder sind gwest
an „SIE“ –  sag mer ganz  „Großen  DANK“  zum Hundertjährige FESCHT.

Aber  d Begeischtrung alloi – haut au döttmauls gkroicht it aus –
ma braucht Geld – 10 Instrument – a Musaghaus
drzua Nota und ganz gwieß an Musikmann –
DEAR alz – vom Marsch bis Walzer kann.

Alz hand sa feetig braucht dia 10a MÄNNER –
mit  >Ich will<  – exakt auf da NENNER.
Dia 770 Mark Instrumentageld wend sa mit >gutem Schpiela<
nauch und nauch mea aaverdiena
und  d Ausbildung koscht jährlich 300 Mark
au dös war  a pro Kopf-Verschuldung von 30ig Mark.
Soo – isch am 16. Nov. anno 1913  Musikmeister Albert PORT
mit em Zügla und dr Schös komma –  vor Ort.

Scho bald haut ma trommlat – Melodia probiert
Märsche – Walzer und Liadr schtudiert –
zwoi Maunat schpäter  z’KIRCHDORF mit Bravour  a Hoachzeit gschpielt
und dafir die easchta  10a Mark in die Kasse kriat.
No  a paar Hoachzeita und Kurchafeschtr hand sa blausa
s isch bis Aug. 1914 –  alles  a u f w e r t e n d   glaufa.

UND:  1. Weltkriag – die Musikanta hand Soldat weara miassa
und die Instrument – im  MUSAGHAUS  v e r s c h l i a f a.
Aus em Kriag isch leider nicht heimgekehrt
Herr Wilhelm LUTZENBERGER  haut gfehlt
und Herr Georg Sailer haut glitta an starker Verwundung
soo zum Kriegsende die Meldung.

Im Febr 1919  mit acht verbliebana Mann
Herr PORT mit dr Musiggesellschaft  a zweitsmaul begann.
Fünf nuia Bläser hand sich gfonda –
13 Begeischtrata sinds gwest in dr Ronda.

Ehrgeizig – mit Hochdruck sind  d Proba glaufa –
zu viela Anläss hand sa derfa blausa
1923 hand sa 390 980 Mark in  d Kassa gschpielt kett
w e r t l o s e s  Geld – d  INFLATION war dett.

Au nix isch eisra Musikanta verschparat blieba
gußeisa dont sa weiter schpiela.
Im Jauhr 1925 war Franz Bronnenmeier zur Stabführung bereit.
dös war  a verdient – erschpielte  S e l b s t s c h t ä n d i g k e it.

1935 isch aus der „Blechmusikgesellschaft“ die „Musikkapelle Eppishausen“  geboara
und in da Reichsverband mit Beitrittsgeld aufgnomma woara.
Guat hand sa gschpielt mit Freid und Elan
jeder Auftritt Anerkennung bekam.

1.Sept. 1939 Mobilmachung: Dr 2. Weltkriag isch ausbrocha
und mea sind  d Musikanta zum Kriag eizocha.
Nauch dr Zwangspause Mai 1951 – haut  Dirigent Franz BRONNENMEIER zum dritta
Aufbruch blausa
in da folgende Jauhr isch  d Musagkapell von Ansehen zur Beliebtheit aufglaufa.

Ab 1958 bis 1994  haut Herr Ernst GOLSNER da Tambour gschwunga
haut 36 Jauhr mit seinen Mannen manchen Preis errunga.
Zu alla Feschter hand sa Melodia danza lau
s haut könna blos no aufwärts gau.
Seit  1994  genießt ER den wohlverdienten Altensitz
ab 1994 sein Sohn Herr Benno GOLSNER –  dr Nachfolger isch.

NO In seiner Zeit am 22.4.64 isch die Gründungsversammlung vom Musikverein „LYRA Eppishausen e.V.“ notiert
so dr Verein  da  1. Musikvorstand – Herrn Josef HABERMANN haut kriat.
In Zeitabschnitten sind Herr Günther Heinrich – Herr Erwin Mayr und am 17.3.02
Herr Markus HEINZELMANN  gefolgt
denn – unvorher sehbar war am  7.09. 2001  Vorstand Herr Erwin MAYR tot
nauch blos 10a Jauhr – unfassbar fir die Vereins-Kameraden
dr Verein isch ins schwarze Loch gefallen
Herr Gerhard GRAF war zwischazeitlich  d Vertretung
aber auf Dauer wars ihm  zuviel Pensum.

1993 Bezirksmusikfest und 80-jähr. Beschtehen der Musikkapelle isch woara zum klingenden Fescht
mit groaßem Umzug vieler Musikkapellen –  Feschtwäga aller Berufe – und dem Feschtzelt.
Under deana Feschtwäga haut sich die SENIOREN-Kapelle etabliert
musisch – gebildete Ruheschtändler hands no amaul probiert
Herr Max STEBER mit seina  11 Mann hand drommlat und blausa
am besagten Tag sind sa per Kuahgschpann zur Show aufglaufa.

Dös Fescht haut >große Kasse< gmacht
dau hand  d Musikanta  glacht
komplett wearat ALL fesch ausschtaffiert
Frau und Mann hand nuia Trachta kriat.
Vom Mäschla dem Schakett bis zu da Haferlschuah –
a Leadarhos – weißa Schtrümpf und  s roat Laible drzua
und In weißa Strümpf im feschtig-langa Trachtadeandl
in weißer Blus – roatem Laibla –  kenn mer  d Musikanta-Mädl.
Charmant firs Aug – klangvoll in Action
im Einsatz fir Brauchtum und Tradition.

UND: –  weils neanats ohna Nachwuchs gaut
dr Verein 1970  a Nachwuchs-Werbung gschtartat haut
s Echo war groaß – a Ausbilder gfonda
am 14. Mai – haut Martin Zettl aus Türkheim aagfanga mit Proba
scho  z’ Weihnächta  s eascht Konzert aufgfiahrt
fir viela Besucher beim Köbler-Wiat
400 DM sind in  d Kasse komma –
davon hand  d Jungmusikanta ihra Trachta bekomma.

Seit 1976  a Jugendleiter zur Seite schtaut
dass au alz in Ordnung gaut.
Nauch Sailer Alois infolge – sinds Riederle Xaver – Sailer Siegfried
und seit 2002  Wiblishauser Erich.
Freid – Begeischtrung und Disziplin –
haltat dös klei Orchester zeem.
In dea kleina Haufa  d Hälfta Mädla gkearat
dia geara  – Querflöte – Saxofon – Trompete und Klarinette lernat
au dau sind  d Mädla die PERLEN
bei dr Auswahl – im Fleiß – SIE sind die STERNCHEN.
Von dr Jugend- die Schtandart-Kapell nauchgfüllt werd
so iaz koi Blechmusik sondern  a Blasmusik beschteht.

D Jugend muaß ihra Prüfunga beschtau
sie derf rechtmäßig ihre Auftritte hau.
Beide Kapellen sind ibers Dorf naus bekannt
vielerlerlei Auszeichnunga SIE scho hand.

Benno GOLSNER – der DIRIGENT
in seina Jauhr koin Schtillschtand kennt
ER isch dr „GROßE MUSIKUS“
der allweil suacht nauch ebbas Nuis
s Schtandkonzert schtaut auf em Programm
in Reih und Glied schtandat seina Mann
in >Hab Acht< scho  d Instrument
dr BENNO scho da Taktschtock schwenkt
FORTE hoch 3 – sait  d Partitur
und hinda dett –  p i a n o  nur
zwoi Händ hoch – dös hoißt Schluss
d Luft bleibt gschwängarat vom Notengruß.
S ganz Jauhr derf ER da TON  aagea
dös macht alla FESCHTER schöa.

AU  a KOMMENTAR  derf sei – indeam sich mischat  d Dorfleit ei:
D Kapelle LYRA  mit fuchzeh Damen und fünfazwang Herra isch  a toller Verein
sie musiziarat fir  „ a l l g e m e i n“ –
seis in dr Prob oder zum Spaß –
draurig oder luschtig allweil nauch Maß.
Zum Geburtsdag  a Schtändla
tur Hoachzeit   a Tänzla
a Polka – a Schottisch  a Walzer derfs sei
a Tango – a Landler und Mozart zwischanei –
Märsche – Potpourri und „wuggi – wuggi“ –
weil  d Jugend liebt „muggi-schnuggi“
in groaßa Umzieg schpielat sa mit
Damen und Herren im Gleichschritt.
Sie schpielat zu alla Feschter
in dr Kurch und zum Gottesdienscht in da Zelter
rühmlich schöa dont sa dem Herrgott die Ehre gea
d „Schubert-Mess“ klingt allamoal schöa.

Mit Uirer MUSICA kommt Freude auf – dös isch bekannt
die  G E M E I N D E  sagt DANK

NACHWORT

Und iaz iberlegat – leasat zwischa da Zeila
eis duat SCHTOLZ und  a großes „DANKE“ bleiba
fir eisra Ur-Großväter soll es sein
gleichzeitig aufmunternd fir eisern Verein
mir winschat eis  s e l b e r, dass es weiter so gaut
und eiser Blausmusag nomaul 100 Jauhr beschtaut.
„Was könnt fir eis auf em Erdtrabant schöanar sei
au im Himml reih mer eis glei ins Orcheschter ei“?!

Chronik des Musikvereins Lyra Eppishausen e.V.

 

1913

Im Jahre 1913 fanden sich im Gasthaus „ Drei Rosen“ junge Männer und Burschen zusammen, um eine Musikkapelle ins Leben zu rufen. Und so konnte am 7. September die „Blechmusikgesellschaft“ mit 10 Mann gegründet werden. Als Ausrichter wurde Herr Albert Port, städtischer Musikmeister Mindelheim bestellt, der mit Herrn Franz Bronnenmeier die Instrumente aussuchte. Am 16.November 1913 konnten die zehn Mann die Instrumente in Empfang nehmen. Und so erhielten

Franz Bronnenmeier              C-Trompete
Eduard Kugelmann                Posaune
Peter Kugelmann                   C-Trompete
Wilhelm Lutzenberger           Flügelhorn
Georg Sailer                           Alt-Horn
Josef Hochwind                     F-Trompete
Johann Kerler                         F-Trompete
Michael Kugelmann               Basstrompete
Georg Schropp                       Basstrompete
Anton Wucherer                     Bombpardon.

Die Instrumente lieferte das Musikhaus Port in Mindelheim zum Preis von 770.-Mark, wovon am 29.Dezember 1913  500.-Mark bezahlt wurden. Für die Ausbildung erhielt Herr Albert Port Mindelheim 300.-Mark pro Jahr.

Bereits am 20.Januar 1914 spielte die neue Kapelle in Kirchdorf zu einer Hochzeit auf und erhielt dafür ein Honorar von 10.-Mark. So konnte noch einige Hochzeiten und Kirchenfeste musikalischgestaltet werden bis im August 1914 der 1.Weltkrieg ausbrach und die Instrumente bei Herrn Eduard Kugelmann gesammelt und eingemottet wurden. Eduard Kugelmann bezahlte auch noch die Restschuld von 270.-Mark an das Musikhaus Port Mindelheim.

Am 2.8.1914 war der Kassenstand 14.40 Mark, wovon im Jahre 1914 für den gefallenen Kameraden Wilhelm Lutzenberger ein Kranz beschafft wurde. Dieser Kranz kostete 11,50 Mark so dass ein Rest von 2,90Mark übrig blieb.

Nach Kriegsende, im Februar 1919 lud Herr Franz Bronnenmeier seine ehemaligen Musikkameraden zu sich in die Wohnung um mit ihnen die Neugründung, oder besser gesagt, die Fortführung der Musikkapelle zu besprechen. Man wurde sich darin einig, mit den übrig gebliebenen acht Männern die Musikkapelle wieder aufzubauen und die Restschuld von 270.-Mark in Raten an Herrn Eduard Kugelmann zurückzuzahlen. Auch wurde Albert Port aus Mindelheim wieder als Ausbilder und Dirigent bestellt.

Die neue Kapelle bestand aus folgenden Herren: Franz Bronnenmeier, Eduard Kugelmann, Sailer Georg, Josef Hochwind, Johann Kerler, Michael Kugelmann, Georg Schropp und Anton Wucherer. Bereits in diesem Jahr trat die Kapelle an verschiedenen Veranstaltungen wieder öffentlich in Erscheinung und konnte in Einnahmen 4.300,55 Mark verbuchen, in Ausgaben 4.298,70 Mark, so dass ein Rest an Reingewinn von 1,85 Mark in der Kasse verblieb.

Im Jahre 1920 entschloss man sich eine Theatergruppe ins Leben zu rufen, um die Kasse in einen besseren Zustand zu bringen. Hier zeigten sich sehr Erfolge. Die Laiengruppe fand in ihren Stecken regen Besuch.

Als neue Musiker kamen Peter Kugelmann und Josef Lutzenberger dazu.

Das Jahr 1921 verlief ohne besondere Vorkommnisse. Erwähnenswert war noch die Zahlung an das Musikhaus Port Mindelheim in Höhe von 800.-Mark ohne besondere Angaben (und eine Hochzeit mit 7 Mann, 1 hl Bier, 2 Tage in Könghausen. Die letzten Musikanten kamen erst am Montagmorgen wieder nach Hause.)

1922 kamen wieder drei junge Männer um das musizieren zu erlernen. Die Namen derselben: Ulrich Gassner, Martin Hofner, Karl Kerler. Auch werden hier die Weihnachtsfeiern des Radler- Veteranenvereins genannt und eine Fahnenweihe in Schöneberg, die musikalisch ausgerichtet wurden.

Das Jahr 1923 brachte durch die Inflation Höhepunkte in der Kasse. Einnahmen 390.980.-Mark, Ausgaben 336.800.-Mark, Reingewinn 54.180.-Mark. Wofür nicht viel zu kaufen war. Zu erwähnen wäre noch die  Einweihung des Kriegerdenkmals.

Im Jahr 1924 kamen folgende Zöglinge neu hinzu: Anton Mayr, Jakob Kleiber, Dominikus Högg, Josef Bronnenmeier. Nun zählte die Musikkapelle 14 Mann. Leider stand die Kasse auf 0, aber durch mehrere Veranstaltungen und kleinen Spenden konnte sich die Kapelle über Wasser halten.

Im Jahr 1928 ging Herr Otto Bronnenmeier bei seinem Vater in die Musiklehre als Tubabläser, das er nach 50 Jahren immer noch ausübt.

1929 nahm der Dirigent Franz Bronnenmeier folgende Zöglinge unter seine Fittiche: Ulrich Schmölz, Josef Schedel, Franz Gassner, Leo Nägele, Georg Loracher, Josef Kerler.

In den Jahren 1930-33 gibt es nicht viel zu berichten. Die Vereinskasse schloss 1931 mit 0 ab, Herr Fritz Scheufele Kirchheim kam des öfteren als Aushilfstrompeter und Herr Josef Lutzenberger II als Zögling in die Kapelle. Des weiteren kamen 1934 die Herren Hans Wolhaupter und Hermann Handfest dazu.

1935 bekam die „Blechmusikgesellschaft“ den Namen Musikkapelle und wurde mit Verbandsbeitrag dem Reichsverband einverleibt. Hier ist die Fahrt des Dirigenten Franz Bronnenmeier zur Bezirksversammlung nach Neu-Ulm zu erwähnen. Für die Fahrt und Verpflegung erhielt er 6.- Reichsmark.

Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges 1939 nahm die Kapelle an mehreren Veranstaltungen teil und erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Leider musste die Kapelle der Zeit gehorchend ihre Tätigkeit wieder einstellen.

Im Mai 1951 nahm nun der alte Dirigent Franz Bronnenmeier zum drittenmal einen Anlauf um wieder eine Kapelle auf die Beine zu stellen. Es gelang ihm in kürzester Zeit die 12 Zöglingen mit den beiden alten Vorkriegsmusikern Otto Bronnenmeier und Hermann Handfest zu einem guten Klangkörper auszubilden.

Die Namen der 12 Neuen: Karl Bronnenmeier, Ludwig Klemmer, Josef Schnatterer, Josef Bindl sen., Xaver Schropp, Alois Sailer, Georg Kugelmann, Max Steber, Ernst Golsner, Albert Hofner, Josef Bronnenmeier und Anton Heinzelmann. Als gute Verstärkung kam noch als erfahrener Klarinettist Herr Emil Schiller hinzu, der mit seinen gekonnten Solis so manches Musikerherz erfreute.

1957 übergab nun der bewährte Dirigent Franz Bronnenmeier den Dirigentenstab einem jüngeren Musiker, Herrn Ernst Golsner. Er übernahm diesen schweren und verantwortungsvollen Posten den er bis 1994 ausführte. Unter seiner Leitung hat die Kapelle mit 14 Mann schon manch schönen Erfolg errungen.

Im Jahre 1957 kam Herr Heinrich Fendt als Tambour (Schlagzeug) zur Kapelle und erregte mit seiner Heiterkeit und seinem Können so manche Lachmuskeln zum zerreisen.

1958 starb Herr Franz Bronnenmeier. Mit Ihm wurde ein Stück Musikgeschichte zu Grabe getragen.

Ein weiterer Zögling, Alfons Kerler, kam 1959 zur Kapelle.

In den nächsten 5 Jahren errang die Kapelle bei mehreren Wertungsspielen in der Unterstufe den ersten Rang, nahm an verschiedenen Veranstaltungen teil, gestaltete musikalisch das Ortsgeschehen. Da die Musiker oft um „Gottes Lohn“ spielten, reifte also der Gedanke einen Verein zu Gründen. Durch Spenden und Mithilfe der Gemeinde konnte im Jahre 1963 die 14 Musiker neu uniformiert werden. Zum Dank gaben die Musikanten in den neuen Uniformen ein Standkonzert am Dorfplatz.

Am 22.02.1964, bei der einberufenen Gründungsversammlung, wurde der Verein mit dem Namen „Musikverein Lyra Eppishausen e. V.“ gegründet. Aus der Wahl ging hervor:

1.Vorstand:     Habermann Josef
2.Vorstand:     Johann Stoll
Kassierer :       Golsner Franz
Schriftführer:  Golsner Leo
Beisitzer:         Golsner Ernst, Sailer Alois, Bronnenmeier Otto

Es wurde auch beschlossen dem Allgäu-Schwäbischen-Musikbund beizutreten. Das Jahr 1964 schloss mit einem Umsatz von 6.465,50 DM und einem Reingewinn von 405,95 DM ab.

Im Jahr 1966 wurden weitere 6 Zöglinge von Herrn Engelbert Bosl ausgebildet. Es waren die Herren Max Schneider, Georg Schneider, Franz Horber, Urban Kerler, Günther Heinrich und Karl Rösch. Die Kapelle war nun auf 20 Musikanten angewachsen.

Bei der Neuwahl der Vorstandschaft 1967 ging Herr Otto Bronnenmeier als 2.Vorstand hervor, da Herr Stoll nicht mehr kandidierte. Er wurde als Beisitzer gewählt.

1968 wurde Herr Otto Bronnenmeier in der Generalversammlung vom Allgäu-Schwäbischen- Musikbund für 40 Jahre aktive Tätigkeit geehrt. Der Verein zählt derzeit 133 Mitglieder.

1970 Generalversammlung. Bei der Neuwahl der Vorstandschaft kam Heinrich Günther für Franz Golsner als Kassierer. Hier wurde auch beschlossen weitere Jugendliche auszubilden und einen geeigneten Mann zu suchen der die Ausbildung übernimmt. Interessenten konnten sich bei Herrn Otto Bronnenmeier oder in der Gemeindekanzlei melden. Der Ansturm war enorm. Es kamen 25 Jungen und Mädchen die das Musizieren erlernen wollten. Als Dirigent und Ausbilder konnte Herr Martin Zettl aus Türkheim verpflichtet werden.

Die Auswahl der Instrumente hatte folgendes Ergebnis:

Baur Manfred                         Tenorsaxophon
Bindl Josef                             Zugposaune
Böck Marianne                       Akkordeon
Eberle Anton                          Akkordeon
Eberle Georg                          Zugposaune
Bronnenmeier Franz              Tuba
Fendt Albert                           Schlagzeug
Fendt Egon                             Tuba
Gassner Erich                         Tenorhorn
Golsner Franz                         Zugposaune
Graf Gerhard                          Trompete
Keppeler Angelika                 Klarinette
Keppeler Rupert                     Saxophon
Mayr Erwin                            Bariton
Meier Michael                        Trompete
Mussack Roswitha                 Akkordeon
Mussack Engelbert                 Saxophon
Müller Martin                         Klarinette
Neu Christine                         Akkordeon
Sailer Gisela                           Akkordeon
Sailer Wolfgang                     Saxophon
Stoll Rudolf                            Klarinette
Stoll Johann                           Trompete
Trautwein Peter                      Tenorhorn
Wiedemann Kurt                    Klarinette
Ziegler Georg                         Tenorhorn

Noch während der Ausbildung kamen noch weitere sechs Zöglinge dazu:

Golsner Benno                       Trompete
Reimer Margit                        Es-Horn
Mühlbauer Erna                     Akkordeon
Schuster Peter                        Akkordeon
Wiblishauser Karin                Akkordeon

Am 14.05.1970 wurden mit den Proben begonnen und an Weihnachten desselben Jahres gaben sie ihr erstes Konzert im Gasthaus Drei Rosen. Der Saal war überfüllt, der Beifallgroß und zum Schluss wurden über 400.-DM gespendet für die Tracht der Jugendkapelle. Dieses Weihnachtskonzert ist schließlich zur Tradition geworden.

1971 wurde der Vereinsbeitrag von 5.-DM auf 8.-DM angehoben.

1972 wurde ein Trommelwagen, eine Vereinstafel und Uniformen für die Jugendkapelle angeschafft.

Bei der Generalversammlung 1973 trat Herr Leo Golsner aus gesundheitlichen Gründen als Schriftführer zurück. Für ihn wurde Günther Heinrich gewählt. Als Beisitzer kam Herr Johann Fischer (Könghausen) neu hinzu. Der Musikverein hatte 136 Mitglieder und 3 Ehrenmitglieder.

Die Jugendkapelle hatte folgenden Zuwachs: Beggel Ingeborg, Erdinger Oswald, Rotter Anton. In die Stammkapelle kamen Alfons Kerler und Karl Heinz Kircher. Des weiteren wurde Gründungsmitglied (1913) Herr Georg Schropp vom Allgäu-Schwäbischen-Musikbund für seine langjährige Tätigkeit mit Ehrennadel und Urkunde geehrt.

Im Jahre 1974 erhielten aus der Hand des Bezirksleiters Lorenz Steidele im Auftrag des Allgäu-Schwäbischen-Musikbundes die Herren Hermann Handfest 40-jährige, Ernst Golsner und Martin Zettl für 25-jährige Tätigkeit die Ehrennadel mit Urkunde. In diesem Jahr wurde zum ersten Mal ein Ausflug in das schöne Altmühltal unternommen. Dort spielte die Kapelle auf dem Schiff durch den Donaudurchbruch nach Kloster Weltenburg.

1975 zählte der Verein 157 Mitglieder und 6 Ehrenmitglieder.

Bei der Neuwahl 1976 wurde die alte Vorstandschaft bestätigt. Als Beisitzer kamen neu dazu: Ludwig Klemmer und Willi Ruf. In diesem Jahr gestaltete beim Ausflug nach Obersdorf die Jugendkapelle den Gottesdienst und gab anschließend ein Standkonzert. Für 25-jährige Tätigkeit wurden die Herren Georg Kugelmann, Alois Sailer und Max Steber mit Ehrennadel und Urkunde geehrt.

GEBURTSSTUNDE des heutigen „Musikverein LYRA Eppishausen e.V.“

 

1.Nov. 1913

„Blechmusikgesellschaft Eppishausen“ – so schtaut in dr Chronik
zehn junga – begeischterta Männer wend macha Musik.
Eisra Väter – Großväter – Urgroßväter die Gründungsmitglieder sind gwest
an „SIE“ –  sag mer ganz  „Großen  DANK“  zum Hundertjährige FESCHT.

Aber  d Begeischtrung alloi – haut au döttmauls gkroicht it aus –
ma braucht Geld – 10 Instrument – a Musaghaus
drzua Nota und ganz gwieß an Musikmann –
DEAR alz – vom Marsch bis Walzer kann.

Alz hand sa feetig braucht dia 10a MÄNNER –
mit  >Ich will<  – exakt auf da NENNER.
Dia 770 Mark Instrumentageld wend sa mit >gutem Schpiela<
nauch und nauch mea aaverdiena
und  d Ausbildung koscht jährlich 300 Mark
au dös war  a pro Kopf-Verschuldung von 30ig Mark.
Soo – isch am 16. Nov. anno 1913  Musikmeister Albert PORT
mit em Zügla und dr Schös komma –  vor Ort.

Scho bald haut ma trommlat – Melodia probiert
Märsche – Walzer und Liadr schtudiert –
zwoi Maunat schpäter  z’KIRCHDORF mit Bravour  a Hoachzeit gschpielt
und dafir die easchta  10a Mark in die Kasse kriat.
No  a paar Hoachzeita und Kurchafeschtr hand sa blausa
s isch bis Aug. 1914 –  alles  a u f w e r t e n d   glaufa.

UND:  1. Weltkriag – die Musikanta hand Soldat weara miassa
und die Instrument – im  MUSAGHAUS  v e r s c h l i a f a.
Aus em Kriag isch leider nicht heimgekehrt
Herr Wilhelm LUTZENBERGER  haut gfehlt
und Herr Georg Sailer haut glitta an starker Verwundung
soo zum Kriegsende die Meldung.

Im Febr 1919  mit acht verbliebana Mann
Herr PORT mit dr Musiggesellschaft  a zweitsmaul begann.
Fünf nuia Bläser hand sich gfonda –
13 Begeischtrata sinds gwest in dr Ronda.

Ehrgeizig – mit Hochdruck sind  d Proba glaufa –
zu viela Anläss hand sa derfa blausa
1923 hand sa 390 980 Mark in  d Kassa gschpielt kett
w e r t l o s e s  Geld – d  INFLATION war dett.

Au nix isch eisra Musikanta verschparat blieba
gußeisa dont sa weiter schpiela.
Im Jauhr 1925 war Franz Bronnenmeier zur Stabführung bereit.
dös war  a verdient – erschpielte  S e l b s t s c h t ä n d i g k e it.

1935 isch aus der „Blechmusikgesellschaft“ die „Musikkapelle Eppishausen“  geboara
und in da Reichsverband mit Beitrittsgeld aufgnomma woara.
Guat hand sa gschpielt mit Freid und Elan
jeder Auftritt Anerkennung bekam.

1.Sept. 1939 Mobilmachung: Dr 2. Weltkriag isch ausbrocha
und mea sind  d Musikanta zum Kriag eizocha.
Nauch dr Zwangspause Mai 1951 – haut  Dirigent Franz BRONNENMEIER zum dritta
Aufbruch blausa
in da folgende Jauhr isch  d Musagkapell von Ansehen zur Beliebtheit aufglaufa.

Ab 1958 bis 1994  haut Herr Ernst GOLSNER da Tambour gschwunga
haut 36 Jauhr mit seinen Mannen manchen Preis errunga.
Zu alla Feschter hand sa Melodia danza lau
s haut könna blos no aufwärts gau.
Seit  1994  genießt ER den wohlverdienten Altensitz
ab 1994 sein Sohn Herr Benno GOLSNER –  dr Nachfolger isch.

NO In seiner Zeit am 22.4.64 isch die Gründungsversammlung vom Musikverein „LYRA Eppishausen e.V.“ notiert
so dr Verein  da  1. Musikvorstand – Herrn Josef HABERMANN haut kriat.
In Zeitabschnitten sind Herr Günther Heinrich – Herr Erwin Mayr und am 17.3.02
Herr Markus HEINZELMANN  gefolgt
denn – unvorher sehbar war am  7.09. 2001  Vorstand Herr Erwin MAYR tot
nauch blos 10a Jauhr – unfassbar fir die Vereins-Kameraden
dr Verein isch ins schwarze Loch gefallen
Herr Gerhard GRAF war zwischazeitlich  d Vertretung
aber auf Dauer wars ihm  zuviel Pensum.

1993 Bezirksmusikfest und 80-jähr. Beschtehen der Musikkapelle isch woara zum klingenden Fescht
mit groaßem Umzug vieler Musikkapellen –  Feschtwäga aller Berufe – und dem Feschtzelt.
Under deana Feschtwäga haut sich die SENIOREN-Kapelle etabliert
musisch – gebildete Ruheschtändler hands no amaul probiert
Herr Max STEBER mit seina  11 Mann hand drommlat und blausa
am besagten Tag sind sa per Kuahgschpann zur Show aufglaufa.

Dös Fescht haut >große Kasse< gmacht
dau hand  d Musikanta  glacht
komplett wearat ALL fesch ausschtaffiert
Frau und Mann hand nuia Trachta kriat.
Vom Mäschla dem Schakett bis zu da Haferlschuah –
a Leadarhos – weißa Schtrümpf und  s roat Laible drzua
und In weißa Strümpf im feschtig-langa Trachtadeandl
in weißer Blus – roatem Laibla –  kenn mer  d Musikanta-Mädl.
Charmant firs Aug – klangvoll in Action
im Einsatz fir Brauchtum und Tradition.

UND: –  weils neanats ohna Nachwuchs gaut
dr Verein 1970  a Nachwuchs-Werbung gschtartat haut
s Echo war groaß – a Ausbilder gfonda
am 14. Mai – haut Martin Zettl aus Türkheim aagfanga mit Proba
scho  z’ Weihnächta  s eascht Konzert aufgfiahrt
fir viela Besucher beim Köbler-Wiat
400 DM sind in  d Kasse komma –
davon hand  d Jungmusikanta ihra Trachta bekomma.

Seit 1976  a Jugendleiter zur Seite schtaut
dass au alz in Ordnung gaut.
Nauch Sailer Alois infolge – sinds Riederle Xaver – Sailer Siegfried
und seit 2002  Wiblishauser Erich.
Freid – Begeischtrung und Disziplin –
haltat dös klei Orchester zeem.
In dea kleina Haufa  d Hälfta Mädla gkearat
dia geara  – Querflöte – Saxofon – Trompete und Klarinette lernat
au dau sind  d Mädla die PERLEN
bei dr Auswahl – im Fleiß – SIE sind die STERNCHEN.
Von dr Jugend- die Schtandart-Kapell nauchgfüllt werd
so iaz koi Blechmusik sondern  a Blasmusik beschteht.

D Jugend muaß ihra Prüfunga beschtau
sie derf rechtmäßig ihre Auftritte hau.
Beide Kapellen sind ibers Dorf naus bekannt
vielerlerlei Auszeichnunga SIE scho hand.

Benno GOLSNER – der DIRIGENT
in seina Jauhr koin Schtillschtand kennt
ER isch dr „GROßE MUSIKUS“
der allweil suacht nauch ebbas Nuis
s Schtandkonzert schtaut auf em Programm
in Reih und Glied schtandat seina Mann
in >Hab Acht< scho  d Instrument
dr BENNO scho da Taktschtock schwenkt
FORTE hoch 3 – sait  d Partitur
und hinda dett –  p i a n o  nur
zwoi Händ hoch – dös hoißt Schluss
d Luft bleibt gschwängarat vom Notengruß.
S ganz Jauhr derf ER da TON  aagea
dös macht alla FESCHTER schöa.

AU  a KOMMENTAR  derf sei – indeam sich mischat  d Dorfleit ei:
D Kapelle LYRA  mit fuchzeh Damen und fünfazwang Herra isch  a toller Verein
sie musiziarat fir  „ a l l g e m e i n“ –
seis in dr Prob oder zum Spaß –
draurig oder luschtig allweil nauch Maß.
Zum Geburtsdag  a Schtändla
tur Hoachzeit   a Tänzla
a Polka – a Schottisch  a Walzer derfs sei
a Tango – a Landler und Mozart zwischanei –
Märsche – Potpourri und „wuggi – wuggi“ –
weil  d Jugend liebt „muggi-schnuggi“
in groaßa Umzieg schpielat sa mit
Damen und Herren im Gleichschritt.
Sie schpielat zu alla Feschter
in dr Kurch und zum Gottesdienscht in da Zelter
rühmlich schöa dont sa dem Herrgott die Ehre gea
d „Schubert-Mess“ klingt allamoal schöa.

Mit Uirer MUSICA kommt Freude auf – dös isch bekannt
die  G E M E I N D E  sagt DANK

NACHWORT

Und iaz iberlegat – leasat zwischa da Zeila
eis duat SCHTOLZ und  a großes „DANKE“ bleiba
fir eisra Ur-Großväter soll es sein
gleichzeitig aufmunternd fir eisern Verein
mir winschat eis  s e l b e r, dass es weiter so gaut
und eiser Blausmusag nomaul 100 Jauhr beschtaut.
„Was könnt fir eis auf em Erdtrabant schöanar sei
au im Himml reih mer eis glei ins Orcheschter ei“?!

Chronik des Musikvereins Lyra Eppishausen e.V.

 

1913

Im Jahre 1913 fanden sich im Gasthaus „ Drei Rosen“ junge Männer und Burschen zusammen, um eine Musikkapelle ins Leben zu rufen. Und so konnte am 7. September die „Blechmusikgesellschaft“ mit 10 Mann gegründet werden. Als Ausrichter wurde Herr Albert Port, städtischer Musikmeister Mindelheim bestellt, der mit Herrn Franz Bronnenmeier die Instrumente aussuchte. Am 16.November 1913 konnten die zehn Mann die Instrumente in Empfang nehmen. Und so erhielten

Franz Bronnenmeier              C-Trompete
Eduard Kugelmann                Posaune
Peter Kugelmann                   C-Trompete
Wilhelm Lutzenberger           Flügelhorn
Georg Sailer                           Alt-Horn
Josef Hochwind                     F-Trompete
Johann Kerler                         F-Trompete
Michael Kugelmann               Basstrompete
Georg Schropp                       Basstrompete
Anton Wucherer                     Bombpardon.

Die Instrumente lieferte das Musikhaus Port in Mindelheim zum Preis von 770.-Mark, wovon am 29.Dezember 1913  500.-Mark bezahlt wurden. Für die Ausbildung erhielt Herr Albert Port Mindelheim 300.-Mark pro Jahr.

Bereits am 20.Januar 1914 spielte die neue Kapelle in Kirchdorf zu einer Hochzeit auf und erhielt dafür ein Honorar von 10.-Mark. So konnte noch einige Hochzeiten und Kirchenfeste musikalischgestaltet werden bis im August 1914 der 1.Weltkrieg ausbrach und die Instrumente bei Herrn Eduard Kugelmann gesammelt und eingemottet wurden. Eduard Kugelmann bezahlte auch noch die Restschuld von 270.-Mark an das Musikhaus Port Mindelheim.

Am 2.8.1914 war der Kassenstand 14.40 Mark, wovon im Jahre 1914 für den gefallenen Kameraden Wilhelm Lutzenberger ein Kranz beschafft wurde. Dieser Kranz kostete 11,50 Mark so dass ein Rest von 2,90Mark übrig blieb.

Nach Kriegsende, im Februar 1919 lud Herr Franz Bronnenmeier seine ehemaligen Musikkameraden zu sich in die Wohnung um mit ihnen die Neugründung, oder besser gesagt, die Fortführung der Musikkapelle zu besprechen. Man wurde sich darin einig, mit den übrig gebliebenen acht Männern die Musikkapelle wieder aufzubauen und die Restschuld von 270.-Mark in Raten an Herrn Eduard Kugelmann zurückzuzahlen. Auch wurde Albert Port aus Mindelheim wieder als Ausbilder und Dirigent bestellt.

Die neue Kapelle bestand aus folgenden Herren: Franz Bronnenmeier, Eduard Kugelmann, Sailer Georg, Josef Hochwind, Johann Kerler, Michael Kugelmann, Georg Schropp und Anton Wucherer. Bereits in diesem Jahr trat die Kapelle an verschiedenen Veranstaltungen wieder öffentlich in Erscheinung und konnte in Einnahmen 4.300,55 Mark verbuchen, in Ausgaben 4.298,70 Mark, so dass ein Rest an Reingewinn von 1,85 Mark in der Kasse verblieb.

Im Jahre 1920 entschloss man sich eine Theatergruppe ins Leben zu rufen, um die Kasse in einen besseren Zustand zu bringen. Hier zeigten sich sehr Erfolge. Die Laiengruppe fand in ihren Stecken regen Besuch.

Als neue Musiker kamen Peter Kugelmann und Josef Lutzenberger dazu.

Das Jahr 1921 verlief ohne besondere Vorkommnisse. Erwähnenswert war noch die Zahlung an das Musikhaus Port Mindelheim in Höhe von 800.-Mark ohne besondere Angaben (und eine Hochzeit mit 7 Mann, 1 hl Bier, 2 Tage in Könghausen. Die letzten Musikanten kamen erst am Montagmorgen wieder nach Hause.)

1922 kamen wieder drei junge Männer um das musizieren zu erlernen. Die Namen derselben: Ulrich Gassner, Martin Hofner, Karl Kerler. Auch werden hier die Weihnachtsfeiern des Radler- Veteranenvereins genannt und eine Fahnenweihe in Schöneberg, die musikalisch ausgerichtet wurden.

Das Jahr 1923 brachte durch die Inflation Höhepunkte in der Kasse. Einnahmen 390.980.-Mark, Ausgaben 336.800.-Mark, Reingewinn 54.180.-Mark. Wofür nicht viel zu kaufen zu kaufen war. Zu erwähnen wäre noch die  Einweihung des Kriegerdenkmals.

Im Jahr 1924 kamen folgende Zöglinge neu hinzu: Anton Mayr, Jakob Kleiber, Dominikus Högg, Josef Bronnenmeier. Nun zählte die Musikkapelle 14 Mann. Leider stand die Kasse auf 0, aber durch mehrere Veranstaltungen und kleinen Spenden konnte sich die Kapelle über Wasser halten.

Im Jahr 1928 ging Herr Otto Bronnenmeier bei seinem Vater in die Musiklehre als Tubabläser, das er nach 50 Jahren immer noch ausübt.

1929 nahm der Dirigent Franz Bronnenmeier folgende Zöglinge unter seine Fittiche: Ulrich Schmölz, Josef Schedel, Franz Gassner, Leo Nägele, Georg Loracher, Josef Kerler.

In den Jahren 1930-33 gibt es nicht viel zu berichten. Die Vereinskasse schloss 1931 mit 0 ab, Herr Fritz Scheufele Kirchheim kam des öfteren als Aushilfstrompeter und Herr Josef Lutzenberger II als Zögling in die Kapelle. Des weiteren kamen 1934 die Herren Hans Wolhaupter und Hermann Handfest dazu.

1935 bekam die „Blechmusikgesellschaft“ den Namen Musikkapelle und wurde mit Verbandsbeitrag dem Reichsverband einverleibt. Hier ist die Fahrt des Dirigenten Franz Bronnenmeier zur Bezirksversammlung nach Neu-Ulm zu erwähnen. Für die Fahrt und Verpflegung erhielt er 6.- Reichsmark.

Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges 1939 nahm die Kapelle an mehreren Veranstaltungen teil und erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Leider musste die Kapelle der Zeit gehorchend ihre Tätigkeit wieder einstellen.

Im Mai 1951 nahm nun der alte Dirigent Franz Bronnenmeier zum drittenmal einen Anlauf um wieder eine Kapelle auf die Beine zu stellen. Es gelang ihm in kürzester Zeit die 12 Zöglingen mit den beiden alten Vorkriegsmusikern Otto Bronnenmeier und Hermann Handfest zu einem guten Klangkörper auszubilden.

Die Namen der 12 Neuen: Karl Bronnenmeier, Ludwig Klemmer, Josef Schnatterer, Josef Bindl sen., Xaver Schropp, Alois Sailer, Georg Kugelmann, Max Steber, Ernst Golsner, Albert Hofner, Josef Bronnenmeier und Anton Heinzelmann. Als gute Verstärkung kam noch als erfahrener Klarinettist Herr Emil Schiller hinzu, der mit seinen gekonnten Solis so manches Musikerherz erfreute.

1957 übergab nun der bewährte Dirigent Franz Bronnenmeier den Dirigentenstab einem jüngeren Musiker, Herrn Ernst Golsner. Er übernahm diesen schweren und verantwortungsvollen Posten den er bis 1994 ausführte. Unter seiner Leitung hat die Kapelle mit 14 Mann schon manch schönen Erfolg errungen.

Im Jahre 1957 kam Herr Heinrich Fendt als Tambour (Schlagzeug) zur Kapelle und erregte mit seiner Heiterkeit und seinem Können so manche Lachmuskeln zum zerreisen.

1958 starb Herr Franz Bronnenmeier. Mit Ihm wurde ein Stück Musikgeschichte zu Grabe getragen.

Ein weiterer Zögling, Alfons Kerler, kam 1959 zur Kapelle.

In den nächsten 5 Jahren errang die Kapelle bei mehreren Wertungsspielen in der Unterstufe den ersten Rang, nahm an verschiedenen Veranstaltungen teil, gestaltete musikalisch das Ortsgeschehen. Da die Musiker oft um „Gottes Lohn“ spielten, reifte also der Gedanke einen Verein zu Gründen. Durch Spenden und Mithilfe der Gemeinde konnte im Jahre 1963 die 14 Musiker neu uniformiert werden. Zum Dank gaben die Musikanten in den neuen Uniformen ein Standkonzert am Dorfplatz.

Am 22.02.1964, bei der einberufenen Gründungsversammlung, wurde der Verein mit dem Namen „Musikverein Lyra Eppishausen e. V.“ gegründet. Aus der Wahl ging hervor:

1.Vorstand:     Habermann Josef
2.Vorstand:     Johann Stoll
Kassierer :       Golsner Franz
Schriftführer:  Golsner Leo
Beisitzer:         Golsner Ernst, Sailer Alois, Bronnenmeier Otto

Es wurde auch beschlossen dem Allgäu-Schwäbischen-Musikbund beizutreten. Das Jahr 1964 schloss mit einem Umsatz von 6.465,50 DM und einem Reingewinn von 405,95 DM ab.

Im Jahr 1966 wurden weitere 6 Zöglinge von Herrn Engelbert Bosl ausgebildet. Es waren die Herren Max Schneider, Georg Schneider, Franz Horber, Urban Kerler, Günther Heinrich und Karl Rösch. Die Kapelle war nun auf 20 Musikanten angewachsen.

Bei der Neuwahl der Vorstandschaft 1967 ging Herr Otto Bronnenmeier als 2.Vorstand hervor, da Herr Stoll nicht mehr kandidierte. Er wurde als Beisitzer gewählt.

1968 wurde Herr Otto Bronnenmeier in der Generalversammlung vom Allgäu-Schwäbischen- Musikbund für 40 Jahre aktive Tätigkeit geehrt. Der Verein zählt derzeit 133 Mitglieder.

1970 Generalversammlung. Bei der Neuwahl der Vorstandschaft kam Heinrich Günther für Franz Golsner als Kassierer. Hier wurde auch beschlossen weitere Jugendliche auszubilden und einen geeigneten Mann zu suchen der die Ausbildung übernimmt. Interessenten konnten sich bei Herrn Otto Bronnenmeier oder in der Gemeindekanzlei melden. Der Ansturm war enorm. Es kamen 25 Jungen und Mädchen die das Musizieren erlernen wollten. Als Dirigent und Ausbilder konnte Herr Martin Zettl aus Türkheim verpflichtet werden.

Die Auswahl der Instrumente hatte folgendes Ergebnis:

Baur Manfred                         Tenorsaxophon
Bindl Josef                             Zugposaune
Böck Marianne                       Akkordeon
Eberle Anton                          Akkordeon
Eberle Georg                          Zugposaune
Bronnenmeier Franz              Tuba
Fendt Albert                           Schlagzeug
Fendt Egon                             Tuba
Gassner Erich                         Tenorhorn
Golsner Franz                         Zugposaune
Graf Gerhard                          Trompete
Keppeler Angelika                 Klarinette
Keppeler Rupert                     Saxophon
Mayr Erwin                            Bariton
Meier Michael                        Trompete
Mussack Roswitha                 Akkordeon
Mussack Engelbert                 Saxophon
Müller Martin                         Klarinette
Neu Christine                         Akkordeon
Sailer Gisela                           Akkordeon
Sailer Wolfgang                     Saxophon
Stoll Rudolf                            Klarinette
Stoll Johann                           Trompete
Trautwein Peter                      Tenorhorn
Wiedemann Kurt                    Klarinette
Ziegler Georg                         Tenorhorn

Noch während der Ausbildung kamen noch weitere sechs Zöglinge dazu:

Golsner Benno                       Trompete
Reimer Margit                        Es-Horn
Mühlbauer Erna                     Akkordeon
Schuster Peter                        Akkordeon
Wiblishauser Karin                Akkordeon

Am 14.05.1970 wurden mit den Proben begonnen und an Weihnachten desselben Jahres gaben sie ihr erstes Konzert im Gasthaus Drei Rosen. Der Saal war überfüllt, der Beifallgroß und zum Schluss wurden über 400.-DM gespendet für die Tracht der Jugendkapelle. Dieses Weihnachtskonzert ist schließlich zur Tradition geworden.

1971 wurde der Vereinsbeitrag von 5.-DM auf 8.-DM angehoben.

1972 wurde ein Trommelwagen, eine Vereinstafel und Uniformen für die Jugendkapelle angeschafft.

Bei der Generalversammlung 1973 trat Herr Leo Golsner aus gesundheitlichen Gründen als Schriftführer zurück. Für ihn wurde Günther Heinrich gewählt. Als Beisitzer kam Herr Johann Fischer (Könghausen) neu hinzu. Der Musikverein hatte 136 Mitglieder und 3 Ehrenmitglieder.

Die Jugendkapelle hatte folgenden Zuwachs: Beggel Ingeborg, Erdinger Oswald, Rotter Anton. In die Stammkapelle kamen Alfons Kerler und Karl Heinz Kircher. Des weiteren wurde Gründungsmitglied (1913) Herr Georg Schropp vom Allgäu-Schwäbischen-Musikbund für seine langjährige Tätigkeit mit Ehrennadel und Urkunde geehrt.

Im Jahre 1974 erhielten aus der Hand des Bezirksleiters Lorenz Steidele im Auftrag des Allgäu-Schwäbischen-Musikbundes die Herren Hermann Handfest 40-jährige, Ernst Golsner und Martin Zettl für 25-jährige Tätigkeit die Ehrennadel mit Urkunde. In diesem Jahr wurde zum ersten Mal ein Ausflug in das schöne Altmühltal unternommen. Dort spielte die Kapelle auf dem Schiff durch den Donaudurchbruch nach Kloster Weltenburg.

1975 zählte der Verein 157 Mitglieder und 6 Ehrenmitglieder.

Bei der Neuwahl 1976 wurde die alte Vorstandschaft bestätigt. Als Beisitzer kamen neu dazu: Ludwig Klemmer und Willi Ruf. In diesem Jahr gestaltete beim Ausflug nach Obersdorf die Jugendkapelle den Gottesdienst und gab anschließend ein Standkonzert. Für 25-jährige Tätigkeit wurden die Herren Georg Kugelmann, Alois Sailer und Max Steber mit Ehrennadel und Urkunde geehrt.